Ökologie: 3:0 fürs Papier

Papierbilanz Ökologie
Papier schlägt Digital drei zu null.

Digitale Medien nutzen, Papier sparen: Das gilt als umweltbewusst. Falsch, sagt Dr. Stefanie Eichiner, Manager Environmental Market Support bei UPM Paper ENA. Denn die Ökobilanz spricht für das Papier.

Punkt 1: Rohstoffe. Für den Bau elektronischer Geräte braucht es Seltene Erden. Bei Papier kommt der nachwachsende Rohstoff Holz weitestgehend aus heimischen Wäldern. Oder es wird kommunal gesammeltes Altpapier verwendet. Wo in der Elektroindustrie kaum Bewusstsein für transparente Lieferketten herrscht, sind diese beim Papier über Siegel wie FSC oder PEFC nachvollziehbar – auch wenn Holz oder Zellstoff importiert werden.

Punkt 2: Klimaschutz. Wie schaut der ökologische Fußabdruck beim Nachrichtenkonsum aus? Ab einer halben Stunde Lesen empfiehlt sich Papier: 30 Minuten Online-Lektüre täglich entsprechen rund 35 Kilo CO2 pro Jahr. Zeitungspapier liegt bei 28 Kilo CO2 – im europäischen Durchschnitt. Dabei ist noch nicht berücksichtigt, dass eine Zeitung meist von mehreren Personen gelesen wird. Und: Die Papiermacher in Europa beziehen 54 Prozent ihrer Energie aus regenerativen Quellen. Oft stellen sie die Energie sogar selbst her.

Punkt 3: Kreislaufwirtschaft. Elektroschrott ist die am schnellsten wachsende Müllfraktion. Der aktuelle Global E-Waste Monitor notierte 41,8 Millionen Tonnen (2014). Selbst in Deutschland wird nur ein kleiner Teil recycelt. Die Quote für Papier liegt dagegen bei 71 Prozent.

CO-REACH 2016
Dr. Stefanie Eichiner, UPM Paper ENA: Papier – nachhaltiges Lifestyle-Produkt im Kommunikationsmix.
Speakers Area, 29. Juni, 14:30 Uhr.

 

Text: Christian Boeckmann, Redaktion CO-REACH[magazin]

1 Comment

  • Mario Drechsler

    Ein sehr interessanter Artikel! Digital verbraucht zudem auf den Web-Servern und deren Backups dauerhaft Energie – auch wenn nicht gelesen wird!


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