Kann Content Marketing den Kundendialog vorantreiben? – Part II

Matthias Wesselmann, Vorsitzender der Fokusgruppe Content Marketing im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW)
Matthias Wesselmann, Vorsitzender der Fokusgruppe Content Marketing im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW)

Wie Content Marketing den Kundendialog beeinflusst – Fortsetzung unseres Beitrags vom 1. März 2017:

Content Marketing kann jedoch zu weitaus mehr Kundendialog taugen. Während die digitalen Touchpoints ins Unermessliche anwachsen, muss das Marketing mit proportional geringeren Budgets und begrenzten Personalressourcen die Aufgabe lösen, noch stärker und noch individueller die Kunden zu begeistern. Dennoch steht die Zufriedenheit der Kunden für Marken und Unternehmen im Vordergrund. Dem pflichtet Matthias Wesselmann, Vorsitzender der Fokusgruppe Content Marketing im Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) bei: „Content Marketing kann das Bindeglied in einer neuen respektvollen Beziehung zwischen Marke und Konsument sein, und zwar auf Augenhöhe.“

Seiner Ansicht nach ginge es darum, dass die Marketingwelt den Kunden ernst nehmen muss und ihn nicht langweilen oder gar nerven sollte. Dies sei vergleichbar mit der Medienwelt, in der Publisher mit der richtigen Auswahl an möglichst aktivierenden Nachrichten die Aufmerksamkeit der Rezipienten erhalten. So verwundert es nicht, dass Wesselmann einen direkten Vergleich sieht: „Content Marketing erarbeitet sich mit spannenden Inhalten die Aufmerksamkeit der Zielgruppen für Produkte und Dienstleistungen.“

Mael Roth, Consultant Content Strategies bei Scompler
Mael Roth, Consultant Content Strategies bei Scompler

Auf die Nachfrage, für welche Marken und Branchen sich Content Marketing tatsächlich lohnen würde, besteht Maël Roth, Consultant Content Strategies bei Scompler darauf, dass das letzte, was das Konzept Content Marketing brauche, pauschale Aussagen seien. „Es hängt davon ab, was man erreichen möchte. Unabhängig von Branchen, Marken oder B2C vs B2B.“

Sogar nüchterne Branchen wie der Immobiliensektor, die Finanz- und Versicherungsbranche, die Landwirtschaft und das Baugewerbe können genauso wie der Energiesektor, die Autovermietung oder Hersteller von Pappgeschirr und Partyartikeln von Content Marketing profitieren. Der Alleskönner-Tauglichkeit von Content Marketing pflichtet Wesselmann bei: „Content Marketing kennt aus meiner Sicht keine Grenzen, vom Werkzeug- oder Automobilhersteller über den Healthcare-Bereich bis hin zum Spezialchemiekonzern lohnt es sich für alle Branchen gleichermaßen.“

 

In der Zukunft müssen sich Unternehmen, Agenturen, Publisher und Technologieanbieter immer mehr professionalisieren. Für den BVDW stehen dabei einheitliche Standards im Content Marketing an vorderster Stelle, wie beispielsweise Konzeptpläne für Briefings und Pitches. Wesselmann glaubt, der Markt brauche ein solides Fundament, damit er wachsen kann. Als Antwort auf die Frage, welche Rolle Content Marketing in Zukunft für Markenbildung, Kundenbindung und Sales spielen kann, benötige man eine Vision. Hingegen betrachtet Roth die Entwicklung nüchterner. „Um Content Marketing langfristig im Unternehmen zu etablieren, müssen Prozesse im Unternehmen neu gedacht werden und sich eher an Publisher-Modelle anlehnen.“ Dazu bestünden bereits verschiedene Ansätze, wie beispielsweise das Konzept „agile“ aus der Softwareentwicklung und dem Projektmanagement auf Kommunikationsprozesse zu übertragen.

Fest steht, dass Content Marketing dem Dialogmarketing helfen kann, die zahlreichen Touchpoints zu verknüpfen und einen zusätzlichen Schub an Effizienz für alle Kommunikationsmaßnahmen zu erzeugen. Denn sobald die Kunden den Salesfunnel betreten, müssen sie auf ihrer Customer Journey begleitet werden. Das Zusammenspiel von Content Marketing und Dialogmarketing kann funktionieren, wenn die Inhalte als wertsteigernder Zusatz für den Kundendialog verstanden werden. Der Weg dahin, bis alle Zahnräder der personalisierten Inhalte und der werblichen Ansprachen richtig ineinandergreifen, ist noch ein langer, aber umso lohnenswerterer.


Autoreninfo

Mike Schnoor sprach auf der CO-REACH über neue digitale Kanäle im DialogmarketingMike Schnoor: Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken und Unternehmen. Vor seinem Wechsel in die Agenturbranche zeichnete er die gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Bundesverband Digitale Wirtschaft verantwortlich. Als Fachautor analysiert er Trends und Geschäftsmodelle und teilt seine Erfahrungen in tonangebenden Branchenmedien.

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