Das Team des Open Summit 2014 stellt sich vor – Stefan Peter Roos

Die ersten drei Barcamps die überhaupt in Deutschland stattfanden habe ich 2006 & 2007 knapp verpasst, da ich mir unter dem Namen nichts konkretes vorstellen konnte und meine Neugier nicht geweckt war – ein Fehler wie sich herausstellte. April 2007 war es beim Barcamp Frankfurt bei CISCO dann soweit. Es sollte sich als Anfang von weit über 60 Camps herausstellen, die ich seitdem besucht habe. Irgendwas an diesem Veranstaltungsformat fasziniert mich immer wieder aufs neue.

 

„Meine Tags für heute sind“ – soll stelle ich mich öfters vor. Meine Schlagworte sind selten die gleichen wie beim letzten Event. Ich mache so etwas spontan. Manchmal gibt es ein aktuelles Thema, das ich gerne mit anderen diskutieren würde. Manchmal möchte ich ein aktuelles Projekt vorstellen und mir Input holen. Je nach anwesenden Menschen trete ich in verschiedenen Kontexten auf. In meinem Twitter-Profil steht als Kurzbiographie:

twitter.com/spr2

economist, web strategist, online business consultant, entrepreneur, speaker, music publisher, brainfood specialist…whatever

Nachdem ich einige dieser Events besucht hatte, kam schnell der Gedanke auf, auch eigene Events zu organisieren. In meiner Wahlheimat Nürnberg bin ich an diversen Projekten in der Organisation beteiligt, so z.B. dem Barcamp Nürnberg 2010-2012, seit 5 Jahren beim Startup Weekend Nürnberg, dem Webmontag, dem Coworking Space und vielen mehr.

Fast forward in den Spätsommer 2013… Die NürnbergMesse möchte unter dem Namen Open Summit ein Unkonferenz-Format im Messe-Kontext ausprobieren. Wir treffen uns zu einem ersten Gespräch. Barcamps & Messe – schwieriges Thema bisher. Auch ich war skeptisch, und habe das eine oder andere Mal im Orga-Team für Unruhe gesorgt, wenn ich maximale Offenheit in Gefahr sah 😉 Mit Norbert Barnikel, Markus Teschner, Tim Schikora, Arthur Soballa und mir hatten wir jedoch ein heterogenes Team mit gemeinsamem Interesse zusammengestellt, das von der Messe die nötigen Freiheiten bekam und seitens der Projektleitung der (damals noch) mailingtage und jetzigen CO-REACH, Bettina Focke, bestmöglich unterstützt wurde.

Nach etlicher Vorarbeit hatte der Open Summit 2013 als Unkonferenz, aber nicht als Barcamp, im Juni seine erfolgreiche Premiere und war für alle Anwesenden eine spannendes Event mit vielen Sessions und sehr positivem Feedback für uns. Nach dem sozusagen „Proof of Concept“ im ersten Jahr war klar, daß der Open Summit 2014 nicht nur Bestand haben würde, sondern auch tiefer in die CO-REACH integriert wird.

Ich sehe den Open Summit als Kommunikations-Hub, als Menschen-Interaktionspunkt, als logische Erweiterung zum Messe-Business. Ich möchte als Teil des Orga-Teams maximale Offenheit für die Teilgeber. Die NürnbergMesse schafft den Rahmen dafür. Wir sorgen für alles, was die Teilgeber brauchen, um sich untereinander bestmöglich zu vernetzen. Die Inhalte werden aber nicht wie bei einer Konferenz geplant, sondern entstehen in einem offenen, nicht moderierten Call-of-Papers-Prozess – den Sessionvorschlägen.

Hierfür erweitern wir das Barcamp-Konzept. Barcamps sind normalerweise „Wundertüten“, die sich morgens noch mit einem leeren Sessionboard durch spontane Sessionplanung vor Ort mit Leben füllen. Alle Anwesenden sind häufig 2 bis 3 Tage vor Ort und können sich austauschen. Im Messe-Kontext ist dies schwierig. Zum einen gibt es den Terminplan im Rahmen der CO-REACH selbst, dann die zum Teil bundesweite Anreise und je nach Interessen des Arbeitgebers haben manche Besucher nur einen Tag Zeit, etc. Wir haben darauf reagiert und versuchen schon im Vorfeld Anknüpfungspunkte zu ermöglichen. Zu diesem Zweck haben wir ein Webtool namens openspacer.org erstellt. Teilnehmer können sich so über viele Anmeldewege wie möglich registrieren. Von Email/Passwort, über Facebook, Google+ oder Twitter. Bestehende Social-Media-Profile werden verlinkt. Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Aber die Teilnehmerliste ist öffentlich – „zwei Menschen, eine Gelegenheit“ sagt ein japanisches Sprichwort.

Und wir machen es so einfach wie möglich, Sessionvorschläge einzureichen und somit auch schon im Vorfeld vom Teilnehmer zum Teilgeber zu werden. Sessionvorschläge können „geliked“ werden. Es gibt einen Activity-Feed, so dass man auf einen Blick sieht, was sich gerade im Vorfeld der Veranstaltung tut. Das alles ist erst der Anfang des Tools. Wir haben noch viele Ideen und der Open Summit gibt uns Gelegenheit, diese in einem spannenden Umfeld auszuprobieren und zu lernen.

Im Prinzip ist der Open Spacer eine Art Session im Vorfeld. Wir lernen aus den aktuellen Bedürfnissen genau dann, wenn sie auftreten. Input erhalten wir von den aktuell bereits registrierten Open Summit Teilgebern, die schon etliche Sessions eingereicht haben. Unkonferenz-Sessions sind dann meiner Meinung nach am besten, wenn sie so dynamisch wie möglich sind. Impuls vom Initiator und dann direkter Austausch. So halten wir es auch mit dem Tool und der gesamten Organisation des Events.

Im Vorfeld eingereichte Sessionvorschläge ermöglichen frühzeitig thematische Schwerpunkte zu setzen – man kann Interesse bekunden, schauen, wer sich für welche Session interessiert und natürlich im Vorfeld bereits untereinander Kontakt aufnehmen. Wichtig ist auch, dass es bewußt „Session“ heißt und nicht „Vortrag“.

Eine Session kann alles mögliche sein, da sie selbstorganisiert durchgeführt wird. Es gibt Frage&Antwort-Sessions, Impulsvorträge, Hands-On-Workshops, inverse Sessions (Der Initiator sucht Teilgeber, die sich mit dem Thema auskennen), Erfahrungsaustausch, ergebnisorientierte „Wir-erarbeiten-etwas“-Sessions…und viele mehr. Aber auch abseits des Sessionprogramms ermöglicht die Teilnahme am Open Summit durch die Sichtbarkeit Vernetzung untereinander auch für Nicht-Session-Initiatoren.

 

Ich freue mich jedenfalls sehr, den Rahmen für den Open Summit 2014 mitgestalten zu dürfen und freue mich auf jeden neuen Teilgeber, Sessionvorschlag und steigende Interaktion im openspacer.org.

 

Der Open Summit 2014 – es ist eure Unkonferenz! Wir sehen uns spätestens im Juni 2014 – und hören uns gerne auch schon früher :)

 

 

 

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