Der Mobile-First-Index ist da: Was muss jetzt gemacht werden? – Gastbeitrag von CO-REACH Referent Markus Bockhorni

"Arbeitsweise" einer Suchmaschine
„Arbeitsweise“ einer Suchmaschine. Quelle: eMBIS

Gastbeitrag von Markus Bockhorni, Geschäftsführer der eMBIS Akademie für Online Marketing und Speaker auf der CO-REACH 2017.

Mobile-First-Index: Google macht Mobile zum Hauptindex – Ist Ihre Webseite bereit dafür?
Google gibt mittlerweile offen zu, dass für den Suchmaschinenriesen die mobile Version einer Webseite wichtiger eingestuft wird, als die Desktop-Version. In naher Zukunft wird vom „Desktop Index“ auf den „Mobile First Index“ umgestellt. Das bedeutet, dass Google die mobilen Versionen von Seiten und nicht wie bisher die Desktop Versionen primär für den Index berücksichtigen wird.
„Wer Mobile noch immer vernachlässigt hat, sollte jetzt unbedingt handeln!“ so der Geschäftsführer der eMBIS Akademie für Online Marketing, Markus Bockhorni. „Wir erleben in unseren Seminaren, dass viele Unternehmen das Thema mobile noch immer unterschätzen und dies nicht nur aus SEO-Sicht.“ so Markus Bockhorni weiter, der im Rahmen der CO-REACH 2017 einen Vortrag unter dem Titel „Was Sie über SEO wissen müssen und was Sie am besten schnell wieder vergessen dürfen“ halten wird.

Warum diese Mobile-First-Strategie von Google?
Mittlerweile werden über 50 Prozent der Suchanfragen bei Google über Mobilgeräte getätigt. Und laut einer ARD/ZDF-Onlinestudie hat sich 2016 das Smartphone zum Lieblingsgerät der Deutschen entwickelt, wenn es darum geht, ins Internet zu kommen. Und dieser Trend wird sich weiter fortsetzen. So ist es von Google nur konsequent und folgerichtig die mobilen Webseiten in den Mittelpunkt zu stellen.

Was ist eigentlich der »Index«?
Zur Beantwortung dieser Frage muss zunächst einmal ein Blick auf die »Arbeitsweise« von Google geworfen werden. Google schickt kleine Programme (Algorithmen) durch das Internet mit der Aufgabe alle Informationen, die sie im WorldWideWeb finden zu sammeln und in der zentralen Datenbank von Google zu speichern, bzw. zu indizieren. Diese „Programme“ werden auch „Crawler“ (oder Spider, Boots oder Robots) genannt. Die zentrale Datenbank wird als Index bezeichnet. Dort werden die zusammengetragenen Informationen gespeichert und nach Relevanz bewertet. Der Index ist das „Herzstück“ einer Suchmaschine und liefert die passenden Ergebnisse zu den Suchanfragen der User.

Und was ist Google’s »Mobile First Index«?
Die „Crawler“ konzentrieren sich bisher zu aller erst auf die Inhalte die in der Desktop-Variante einer Webseite sichtbar sind und haben dementsprechend den Index befüllt. Dieser „alte“ Index (der so genannte „Desktop-Index“) wird nach Googles Meinung den mobilen Ansprüchen der User nicht mehr gerecht, denn dieser hat andere Ansprüche und andere Erwartungen an die Suchergebnisse. Abgesehen davon, dass der mobile User meist mit anderen Suchbegriffen sucht als am Desktop(teilweise auch bedingt durch die Spracheingabe), erwartet der er in der Ergebnisliste einer Suchmaschine Seiten die sich schnell laden, deren Inhalte für die mobile Darstellung optimiert sind und die sich auch einfach navigieren oder bedienen lassen.

Finden Sie heraus, wie gut Ihre Webseite über Mobile- und Desktop-Geräte funktioniert.
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Gibt es in Zukunft zwei Indexe?
Ob es auch in Zukunft zwei Indexe gibt, oder nur einen ist unklar. Laut Google soll der Desktop Index nicht verschwinden, er wird aber nicht so aktuell sein wie der mobile Index. Beim Crawling von Webseiten scheint Google somit die mobile Variante in den Mittelpunkt zu stellen.

Wo liegt das Problem aus SEO-Sicht?
Viele Webseiten sind so programmiert, dass in der mobilen Darstellung Inhalte gekürzt werden oder Teile der Inhalte nicht vollständig geladen werden, um Ladzeiten zu sparen. Unter anderem wird die Navigation verschlankt, um auf den kleineren Displays besser bedienbar zu sein. Das heißt, viele Webseiten werden in der mobilen Version „schlanker“ dargestellt als in der Desktop-Version. Und genau das kann bei der Umstellung auf die Mobile-First-Indexierung zum Problem werden. Wenn der Crawler die mobile Version als primäre Grundlage für die Indizierung nimmt, kann es sein, dass ihm durch die „verschlankte“ Variante Inhalte fehlen, die somit nicht in den Indexgelangen. Webseiten mit einem Responsive Design sollten dabei weniger Problem haben, als Seitenbetreiber mit einer extra mobilen Version..

Was ist jetzt für SEO wichtig?
Wenn eine Webseite nicht den mobilen Kriterien entspricht, kann das massive Auswirkungen auf bisherige Rankings haben. Deshalb Testen Sie ob Ihre Webseite grundsätzlich mobilfreundlich dargestellt wird und somit vom Nutzer gut genutzt und navigiert werden kann. Hierzu können Sie ein kostenloses Tool von Google nutzen: https://testmysite.thinkwithgoogle.com/

Außerdem sollten Sie genau prüfen, ob alle wichtigen Inhalte und Unterseiten in der mobilen Darstellung enthalten sind. Bitte stellen Sie auch sicher, dass spezielle Programmcodes die dem Crawler das Interpretieren der Inhalte erleichtern (wie z.B. „Strukturierte Daten“ die in der Desktop-Version verwendet werden) ebenfalls in der mobilen Variante vorhanden sind.

Schnelle Ladezeiten und dementsprechend komprimierte Grafiken sollten eine Selbstverständlichkeit sein.

Fazit:
Wer bereits mobil optimiert hat, sollte im Zuge der Mobile-First-Index-Umstellung seine Webseite unter den aktuellen Gesichtspunkten nochmals prüfen und ggf. nachoptimieren. Wer seine Online-Präsenz noch nicht mobile-fit gemacht hat, sollte dies nicht weiter auf die lange Bank schieben. Grundsätzlich muss nicht in Panik ausgebrochen werden, da ja der Desktop-Index weiter bestehen bleibt.

Markus Bockhorni spricht auf der CO-REACH über SEO.
Markus Bockhorni spricht auf der CO-REACH über SEO. Quelle: eMBIS

Kurzbeschreibung Autor:
Grau ist alle Theorie, denn Erfahrung ist durch nichts zu ersetzen! Gründer und Geschäftsführer der eMBIS Akademie Markus Bockhorni weiß, wovon er spricht. Als ausgebildeter Trainer und Online Marketer der ersten Stunde erfüllt er mit Praxis-Know-how und langjähriger Lehrerfahrung den hohen Anspruch der eMBIS Seminare. Als passionierter Web-Analytiker kennt er das komplexe Zusammenspiel von Online-Netzwerken und SEO-Maßnahmen und weiß, mit welchen Fehlern Unternehmen ihre SEO-Chancen verspielen.

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