Digitale Magazine sind im Kommen. Die gedruckten Magazine verdrängen sie aber noch lange nicht.

BlätterDruckn oder Wischen? Kiosk oder iTunes? Schaut man sich die vielen Menschen an, die sich lesend über Tablets und Smartphones beugen, könnte man meinen, die Tage des gedruckten Magazins sind gezählt. Noch gibt es zwar beeindruckende Verkaufszahlen von alleine rund 81 Millionen Publikumszeitschriften pro Quartal. Aber die Zeiten ändern sich mit den hunderten Verlags-Apps, die Lesestoff als E-Paper aufs Tablet und Smartphone saugen. 41 Prozent der iPad-Nutzer haben solche Zeitschriften-Apps installiert, die meisten bis zu fünf Stück.

Und: 2013 lag der Verkaufs- und Werbeumsatz bei Zeitungs- und Zeitschriften-Apps bei rund 790 Millionen Euro. 2015 soll sich der Umsatz bereits verdoppelt haben. Beachtliche Wachstumsraten meldet auch die Fachpresse: Um 17 Prozent stiegen zuletzt die Umsätze mit digitalen Zeitschriften, verlagseigene Apps kamen auf sieben Prozent plus.

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Mittendrin im Wandel steckt auch das Corporate Publishing. 39 Millionen Kundenzeitschriften gehen jedes Quartal an die Leser raus. Wie reagieren die Unternehmen auf die neuen Techniken und Gewohnheiten? Immerhin jedes dritte produziert bereits ein digitales Magazin für Kunden oder Mitarbeiter, meist parallel zur Druckversion. Offenbar will man auch hier an den Vorzügen des Papiers festhalten. Für den Leser sind das die großzügige Optik, die angenehme Haptik, die Möglichkeit zum Weitergeben. Für die Werbewirtschaft zählen vor allem die lange Heftnutzung (im Schnitt 91 Minuten) und die vertiefte Konzentration aufs Lesen – entsprechend werden Anzeigen stärker wahrgenommen. Digitale Magazine haben ihre ganz eigenen Vorzüge: überall und immer verfügbar, multimediale Inhalte (Video und Ton), Datenarchiv, direkte Verknüpfung mit Landing-Pages, geringerer Preis, da ohne Druck- und Versandkosten und dergleichen mehr.

Letztlich entscheidet der Leser und nimmt das zur Hand, was am besten zu seiner Situation und Haltung passt. Zum Blättern und Entdecken, zurückgelehnt im Sessel, in der Badewanne und am Strand: das Papier. Zum Zeitvertreib in Bus und Bahn oder zur Recherche im Büro, als Second Screen vor dem TV: das Tablet. So geben Print und Digital auch in Zukunft ein hübsches Pärchen ab.

Quellen
IVW; statista; Axel Springer Media Impact iPad-Panel; EICP & zehnvier research, Basisstudie IV; Print wirkt. AIM RFID-Kontaktstudie 2009-2011

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