Totgesagte leben länger: E-Mail-Marketing bleibt ultimative Maßnahme im Kundendialog – Teil I

Dr. Torsten Schwarz, Geschäftsführer von Absolit https://www.absolit.de/
Dr. Torsten Schwarz, Geschäftsführer von Absolit // www.absolit.de

Hunderte Mails überfluten den Posteingang. Irgendwer hat eine neue Anfrage geschickt. Der automatische Nachrichtenüberblick leitet den Tag ein. Schon kommt die erste Pressemitteilung an. Eine Bestellung vom Wochenende wurde endlich bestätigt. Ein neuer Newsletter trudelt ein. Die Diskussion zwischen Kollegen zu einem aktuellen Projekt ufert in diversen Mails aus. Wieder ein Newsletter, eine Pressemitteilung, eine Kooperationsanfrage, ein Werbeangebot. Obendrein noch eine ordentliche Portion an unaussprechlichem Spam. Lesen, Löschen oder für später markieren und ab zur nächsten Mail.

Ob im Büro, in der Kommunikation mit Kunden oder beim Austausch mit Mitarbeitern und Vorgesetzten sowie bei der privaten Korrespondenz: Jeder kennt ein ähnliches Szenario, das täglich in unseren Köpfen als fast automatisierte Routine abläuft, sobald es um die lieben Mails geht. Keiner möchte mehr E-Mails sehen und lesen, aber irgendwie kommt man nicht mehr drum herum. Kein Wunder, wenn das Marketing schon seit Beginn der digitalen Ära vollumfänglich auf E-Mails setzt, um Produkte und Services bei potenziellen Kunden anzupreisen. Doch worauf kommt es bei den ganzen E-Mails an, die von Unternehmen reihenweise versandt werden und in den Postfächern der Empfänger eintrudeln?

E-Mail-Marketing bedeutet deutlich mehr als nur Newsletter

„Der Newsletter wird von 75 Prozent der Unternehmen eingesetzt und ist damit das wichtigste Instrument“, erklärt Dr. Torsten Schwarz, Geschäftsführer von Absolit. Doch er sieht neben dem Newsletter zwei viel klickstärkere Formen des E-Mail-Marketing: E-Mailings und Triggermails. „Der Newsletter geht an die ganze Liste – E-Mailings nur an speziell selektierte Zielgruppen. Klar, dass das besser ankommt“, schlussfolgert Schwarz. „Triggermails sind automatisiert generierte Einzelmails. Das sind z.B. Bestellbestätigung, Lieferstatus, Geburtstagsmail, News-Alert, Begrüßungsserien.“

Stefan Mies, Manager Research and Innovation beim E-Mail-Marketingdienstleister Artegic // www.artegic.com/de
Stefan Mies, Manager Research and Innovation beim E-Mail-Marketingdienstleister Artegic // www.artegic.com/de

„E-Mail-Marketing eignet sich immer dort, wo es gilt, einen persönlichen kontinuierlichen Marketing- und Servicedialog entlang der Customer Journey zu führen sowie auf Trigger und Kontexte mit relevanter Kommunikation zu reagieren“, bestätigt Stefan Mies, Manager Research and Innovation beim E-Mail-Marketingdienstleister Artegic. Die bekannten Newsletter gelten auch für ihn nur als eine von vielen Maßnahmen, denn die Bandbreite an E-Mail-Marketingmaßnahmen umfasst neben Newslettern und Transaktionskommunikation schon längst spezifische Formen von Kundenkontakten, die über Warenkorbabbrecher-Mails, Reaktivierungsmails oder Willkommensstrecken sowie dynamische, kontextsensitive Mails zustande kommen, die durch standortbezogene Trigger ausgelöst werden.

Potenzial für E-Mails bleibt ungebrochen

Mit dem fortschreitenden digitalen Wettbewerb bemühen sich viele Unternehmen, ihren Kundendialog neben der klassischen E-Mail auf anderen digitalen Kanälen zu gestalten. Je nachdem welchen Anspruch das Marketing dabei verfolgt, nehmen viele Marketingentscheider an, die Konsumenten würden künftig nur noch Chat-Messenger und soziale Netzwerke nutzen – und der E-Mail im Kundendialog den Rücken zukehren. Das dem nicht so ist, erklärt Dr. Torsten Schwarz, denn nach seiner Einschätzung sei E-Mail der einzige Kanal, über den Unternehmen ohne Gatekeeper direkt mit Kunden kommunizieren können. „Bei Messengern und Social Networks sitzen Plattformbetreiber wie Facebook dazwischen“, kritisiert Marketingexperte Schwarz.

Wer Dialogmarketing in soziale Netzwerke verlagert, zahlt also einen nicht zu unterschätzenden Beitrag drauf – insbesondere in Form von Anzeigen, die ein gängiges, aber teures Mittel gegen die jährlich sinkende organische Reichweite von Veröffentlichungen über Social Media sind. „Es ist daher nur logisch, dass diese sich den Zugang zu ihren Nutzern von Unternehmen bezahlen lassen oder sogar unterbinden“, schlussfolgert Schwarz.
Lesen Sie am Mittwoch im zweiten Teil, wieso E-Mail Marketing die ultimative Maßnahme im Kundendialog bleibt.

Autoreninfo

Mike Schnoor sprach auf der CO-REACH über neue digitale Kanäle im DialogmarketingMike Schnoor sprach auf der CO-REACH über neue digitale Kanäle im DialogmarketingMike Schnoor: Senior Partner von Guts & Glory, der Manufaktur für die Digitalisierung von Marken und Unternehmen. Vor seinem Wechsel in die Agenturbranche zeichnete er die gesamte Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für den Bundesverband Digitale Wirtschaft verantwortlich. Als Fachautor analysiert er Trends und Geschäftsmodelle und teilt seine Erfahrungen in tonangebenden Branchenmedien.

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