Interview mit Timo Stehn

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Timo Stehn

Wer sind Sie und woher kommen Sie?
Woher wir kommen und wohin wir gehen, beschäftigt die Menschen. Ich bin in 4ter Generation ein Hamburger Jung. Hamburg ist in jeder Hinsicht die Hälfte von 2. Deshalb lebe ich hier seit 40 Jahren und möchte bleiben – so ist zumindest meine heutige Planung.

Welche Ausbildung haben Sie und was machen Sie beruflich?
Mein Weg nach der Uni (Diplom in Volkswirtschaft) führte direkt in eine Hamburger PR-Agentur, wo ich mein Volontariat absolvierte. Es folgten weitere Stationen in Verbänden und Agenturen. Seit 2009 arbeite ich als Leiter für Marketing und Kommunikation bei PAV. Das Familienunternehmen ist seit nunmehr 90 Jahren Anbieter von Mediendienstleistungen. Bei allem Traditionsbewusstsein behalten wir die Entwicklungen des Marktes stets im Blick und stellen unsere Innovationskraft regelmäßig unter Beweis. So zum Beispiel, wenn es um die Verbindung von gedruckten Medien mit dem mobilen Internet geht.

Wie sind Sie darauf gekommen eine Session zu halten?
Als Mailingtage-Aussteller der ersten Stunde sind wir der CO-REACH natürlich verbunden. In den vergangenen Jahren haben wir in Nürnberg bereits zu unterschiedlichen Themen Vorträge in den Foren gehalten. 2013 das erste Mal eine Session im Rahmen der Open Summit. Die Erfahrungen waren mehr als positiv. Das Format gibt uns als Unternehmen die Möglichkeit, mit den Teilnehmern, anders als in klassischen Speaker-Slots, in einen intensiven und persönlichen Dialog zu treten. Ein rundum gelungenes Konzept!

Auch 2015 geht es in unserer Session wieder um den Einsatz von Near Field Communication (NFC) im crossmedialen Marketing, da die Session bereits im vergangenen Jahr auf großes Interesse stieß.

Was motiviert Sie besonders an dem Thema?
Nicht nur in Sachen Mobile Payment stehen für den Einsatz von NFC alle Ampeln auf Grün. Auch für crossmediale Lösungen im Marketing ist der Weg dafür bereitet. Denn neben Android setzt nun auch Apple beim neuen iPhone auf NFC. Während die kontaktlose Technologie zunächst nur für das mobile Bezahlen (Apple Pay) in den USA vorgesehen ist, dürfte Apple seine NFC-Plattform bereits in Kürze für weitere Funktionen freischalten. Dies dürfte dann natürlich auch für die iWatch gelten, was mobile NFC-Anwendungen beflügeln würde.

In unserem Kompetenzteam entwickeln wir stetig neue NFC-Marketinglösungen. Hierzu gehört zum Beispiel unser Near Response Mailing. Mithilfe einer besonderen Fertigungstechnik hat PAV einen NFC-Chip in gedruckte Medien integriert. Auf dem Datenträger können Informationen, wie zum Beispiel der Link auf eine Internetseite oder ein Video, gespeichert werden. Zum Auslesen der hinterlegten Daten muss lediglich ein geeignetes Smartphone in die Nähe des Chips gehalten werden. Bei QR-Codes wird hierfür eine spezielle App benötigt. Die Lösung stellt damit eine Alternative zum QR-Code dar. Das Near Response Mailing kam auch bei den Besuchern der Messe an, die das Mailing zur „Kreativsten Kampagne 2013“ der Mailingtage wählten.

Auch in diesem Jahr wurden wir für die Entwicklung eines Briefs für Sehbehinderte (NFC to Speech) basierend auf NFC-Technologie, beim Innovationspreis-IT der Initiative Mittelstand für eine der besten Lösungen ausgezeichnet. Diese hat im engeren Sinne nichts mit Marketing zu tun, trägt aber zur barrierefreien Vernetzung der Gesellschaft bei.

Wie kann sich der Zuhörer auf Ihre Session vorbereiten?
Am besten ein Tablet oder Smartphone mit Android-Betriebssystem und NFC-Schnittstelle mitbringen. Ein Blackberry oder Windows-Phone geht auch, aber nur mit einem Gerät, das unter Android läuft und wirklich gut funktioniert. Wer ein „Obstgerät“ dabei hat, ist natürlich auch herzlich willkommen. Mit der Bluetooth-Funktion kann man ja auch eine Menge machen – aber das wäre jetzt ein anderes Thema.

Was erwartet den Zuhörer bei Ihrer Session?
Jeder, der die richtige Hardware dabei hat, kann mitmachen. Wir haben verschiedenste Anwendungsbeispiele vorbereitet. Tags in verschiedenen Bauformen, auch Geräte die man via NFC ansteuern kann, unter anderem Lautsprecher und Kopfhörer. Wir zeigen auch wie man zum Beispiel seine alte HiFi-Anlage, via NFC mit seinem Telefon oder Tablett koppeln kann. Auf alle Fälle haben wir für jeden Teilnehmer ein paar NFC-Tags in verschiedenen Bauformen als Sample dabei, so dass jeder auch noch was zum Ausprobieren mitnehmen kann.

Was werden die Sessionteilnehmer aus Ihrer Session mitnehmen?
Am Ende der Session wird jeder Teilnehmer in der Lage sein, selbst Tags zu codieren und auszulesen. Zumindest für den Hausgebraucht und er weiß, was technisch
möglich ist und was nicht. Darüber hinaus werden unsere Beispiele zeigen, wie mithilfe von NFC-basierten Marketingaktionen neue Zielgruppen erreicht und der Dialog mit dem Kunden intensiviert werden kann. Eine gute Grundlage dafür, um selbst eine kleine Kampagne zu entwickeln oder um die Technik seinen eigenen Kunden oder Kollegen vorzuführen. So entstehen meistens die besten Ideen. Nur wer seine Produkte interessant hält, hat Chancen bei seinen Kunden zu punkten.

Welche Themen sind für Sie im Jahr 2015 wirklich wichtig und warum sollte man sich damit beschäftigen?
Diversität und Content stehen natürlich auch in diesem Jahr wieder ganz oben auf der Liste für Trends im Marketing. Doch auch das Thema „Think Mobile First“ wird uns im Alltag noch stärker begleiten. Dies wird insbesondere durch das letzte Google-Update deutlich. Wer seine virtuelle Unternehmenspräsenz nicht für mobile Endgeräte optimiert, wird Verluste bei der mobilen Suche verzeichnen. Wir haben unsere Internetseite deshalb bereits 2014 responsive ausgerichtet.
Mobile First zu denken, heißt in meinen Augen jedoch auch, seine Kunden da abzuholen wo sich diese gerade aufhalten und dabei alle technischen Möglichkeiten zu nutzen, die heute möglich und sinnvoll sind. Was spricht also gegen den einen oder anderen NFC-Tag an der Bushaltestelle mit der Verbindung zum eigenen Online-Shop. Mehr als die Hälfte aller Tablet- und Smartphonenutzer waren bereits mindestens einmal auf mobiler Shopping-Tour.

Wer mit uns auf der CO-REACH ins Gespräch kommen möchte, besucht unsere Session oder an unserem Stand im Foyer NCC Ost (Stand E0/6).

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