Visuell, aber schnell

Petra Sammer spricht auf der CO-REACH über Visuelles Storytelling.
Petra Sammer spricht auf der CO-REACH über Visuelles Storytelling.

Standard-Stockbilder und glatte Produktfotos langweilen. Gefragt ist visuelles Storytelling.

Der Bedarf ist riesig: Websites, Broschüren, Anzeigen, Newsletter – überall wird Bildmaterial gebraucht. Aber nicht irgendeines. Es muss knallen. Denn Bilder öffnen idealerweise die Tür zu einem Text, sie machen aufmerksam und neugierig auf mehr.

Die Bildwelten in Marketing und PR haben sich gewandelt. Bei vielen Gelegenheiten sieht man zwar noch die berühmten „Shaking Hands“ zweier Geschäftsmänner mit Manschettenknöpfen oder den Goldfisch, der von einem Glas ins benachbarte springt. Aber: „Schmückendes Beiwerk war gestern, heute sollten Marketingverantwortliche ihre Bildauswahl noch ernster nehmen“, sagt Petra Sammer, Chief Creative Officer bei Ketchum Pleon. Dann dominieren keine abgenutzten Symbolbilder und glatten Oberflächen mehr. Stattdessen kommen sinnliche, authentische Bilder, echte Mitarbeiter, Motive aus Natur und Handwerk, Nah- und Detailaufnahmen zum Einsatz. Die neue Ästhetik ist beeinflusst von den Sehgewohnheiten, die auf Instagram und Pinterest kultiviert werden: weniger Photoshop, mehr Echtheit.

Artifizielle Stock-Fotos gibt es an jeder Ecke. Wo aber kommen die Motive her, die „echt“ wirken? „Fast alle gängigen Bilddatenbanken haben inzwischen auch authentische Bilder im Angebot“, sagt Petra Sammer. Man muss also nur mit verändertem Blick auf die Suche gehen. Zweite Quelle: Die eigenen Mitarbeiter liefern Schnappschüsse von Firmenevents, aus dem Büro oder der Fertigungshalle mit ungewöhnlichen Perspektiven. Wer einige Kollegen qualifiziert und zu ausgefallenen Motiven ermutigt, ist bereits über das obligatorische Gruppenfoto hinaus. Dritte Quelle: Ein bezahlter Fotograf. Denn wer mehr Aufmerksamkeit durch Bilder haben möchte, muss im Zweifelsfall mehr als bisher investieren.
Gerade wenn es um abstrakte B2B-Themen wie Service oder IT geht, ist die Motivwahl allerdings schwer. Petra Sammer rät hier zu Analogien (aus Natur oder Sport) und zu Fallbeispielen. Ein IT-Spezialist zeigt dann keine Software-Screenshots, sondern konkrete Szenen aus dem Arbeitsalltag seines Kunden, der von der IT-Lösung profitiert. Und hier kommt die Kunst des visuellen Storytellings ins Spiel, bei dem die typischen Regeln des Geschichtenerzählens auf die Bildanforderungen übertragen werden: Es gibt eine Kernbotschaft, einen Hauptdarsteller/Helden, erzählt wird exemplarisch statt allgemein, es gibt einen Konflikt (inhaltliche und optische Kontraste) und die Emotionen bewirken, dass man die Geschichte gerne „weitererzählt“ – in dem man sie zum Beispiel auf Facebook teilt.

CO-REACH
Petra Sammer: Visualize your story! Mehr Erfolg mit visuellem Storytelling in der Unternehmenskommunikation. 22. Juni, 10:45 Uhr, Crossmedia Area

Über die Referentin
Petra Sammer ist Global Partner des der internationalen Kommunikationsagentur Ketchum und verantwortet als Chief Creative Officer die kreative Ausrichtung der Agentur. Sie berät seit über 20 Jahren Unternehmen in PR, Marketing und Unternehmenskommunikation und ist dabei ständig auf der Suche nach guten Ideen und Geschichten. Petra Sammer ist Autorin zweier Fachbücher zum Thema Storytelling und Visual Storytelling und war Mitglied einer Vielzahl an Award-Jurys u.a. D&AD, Cannes Lion, Clio, Eurobest.

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