Marketing, wie Lippenstift auf dem Schweinchen

Quelle: iStock © Evgeniy1

“Was ist der Nutzen unseres neuen Produkts für den Kunden? Ist dafür nicht das Marketing zuständig?”

So oder so ähnlich hört man immer wieder die Führungskräfte verschiedener Unternehmen sagen; hier vor allem die Kollegen aus der Forschung & Entwicklung, die ihre nächste tolle Technologie unters Volk bringen wollen. Im grellen Licht der fortschreitenden Digitalisierung herrscht Verständnis dafür, zunächst einmal etwas zu entwickeln und das Marketing es den Kunden danach andreht. Marketing-Agenturen, die versprechen mit einer einzigen erfolgreichen Kampagne den Umsatzverfall des Unternehmens zu stoppen, befeuern dieses Verständnis noch. Zurück bleibt ein Bild vom Marketing aus flotten Sprüchen, schönen Bildchen und dem Gefühl, gerade über den Tisch gezogen worden zu sein.

Doch was versuchen Unternehmen eigentlich zu erreichen, wenn man einmal etwas Abstand vom alltäglichen Chaos nimmt?

  1. Die Bedürfnisse des Kunden verstehen
  2. Die Rahmenbedingungen im Markt einschätzen (Konkurrenz, Technologie, Wertschöpfungskette, Trends)
  3. Lösungen entwerfen, die Bedürfnisse befriedigen und einen realisierbaren Kommerzialisierungsplan haben
  4. Lösung anhand der Marktrealität entwickeln
  5. Die neue Lösung an die gewünschten Kunden kommunizieren
  6. Möglichst viel Umsatz mit der Lösung machen, bevor man wieder von vorne anfangen muss

Je nach Unternehmensstruktur werden diese sechs Stufen von unterschiedlichsten Abteilungen erfüllt: Produktmanager, Produktentwickler, Innovationsmanager, Sales Manager und eben die Marketing-Verantwortlichen. Trotz dieser Fülle an Verantwortlichen bleibt es in den meisten Unternehmen bei den Schritten 4 und 5. Im Nachhinein ist man dann verwundert, dass Schritt 6, der Umsatz, ausbleibt.

So lange Marketing-Verantwortliche nicht Produkte einfordern, die von Anfang an ihren Nutzen für den Kunden kannten, bleibt Marketing auch in Zukunft nur Makulatur. Wie man in den USA so schön sagt: “If you put lipstick on a pig, it is still a pig!”

Am besten fängt das Marketing bei sich selbst an, den Kunden besser zu verstehen, statt ihn mit sinnlosen Kampagnen weichkochen zu wollen.
Um das auf dem diesjährigen Open Summit während der CO-REACH zu diskutieren, gibt es zwei spannende Sessions von Tim Schikora:

Blödes Marketing! Nutzergetriebene Innovation gewinnt immer.

Growth Hacking oder geiles Produkt. Was bringt mehr? 

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