Auf Wiedersehen, Zielgruppe!

Prof. Wolfgang Henseler, Hochschule Pforzheim und Gründer von SENSORY-MINDS.
Prof. Wolfgang Henseler, Hochschule Pforzheim und Gründer von SENSORY-MINDS.

Smarte und vernetzte Produkte erobern neue Lebensbereiche. Ihr größter Vorteil für den Konsumenten: Sie können ihm situativen Nutzen bringen. Um dieses Potenzial auszuschöpfen, müssen die Unternehmen umdenken, sagt Prof. Wolfgang Henseler.

Das Smartphone hat eine Tür geöffnet, die Unternehmen ganz nah an ihre Kunden bringt. Ausgestattet mit zig Sensoren und fast durchgehend online, sind Smartphones ideale Datensammler. Sie begleiten uns bei der Arbeit, der Freizeit – und bis in den Schlaf. Sie wissen, welche Themen uns interessieren, wer unsere Freunde sind und wo wir gerne joggen. Activity Tracker oder Smartwatches sagen uns obendrein, welche Fortschritte wir beim Lauftraining machen. Und mit smarten Haushaltsgeräten oder vernetzten Autos kommen gerade neue Datenquellen hinzu. Aber was ist mit der Kombination aus Daten und Kundennähe anzufangen?

Die meisten Unternehmen verschenken die neuen Möglichkeiten leichtfertig: „Über Big Data kann man den Kunden, seine Bedürfnisse und Interessen sehr genau kennenlernen“, sagt Prof. Henseler von der Hochschule Pforzheim. „So lassen sich angepasste Produkte und Dienstleistungen anbieten, die dem einzelnen Kunden wirklich helfen.“ Dabei geht es um deutlich mehr als Kaufanreize. Die gewonnenen Sensordaten geben Rückschlüsse auf die konkrete Situation des Kunden: Kommt er gerade vom Sport, freut er sich vielleicht über ein isotonisches Getränk. „Die Unternehmen müssen lernen, dass es künftig nicht mehr um Zielgruppen geht. Es geht um menschen-zentrierte Angebote. Es geht darum, das Wissen über den Kunden in einen Komfortgewinn für ihn zu verwandeln.“

Vortrag
Schöne smarte Welt = schönes smartes Marketing?
Der Einzug des allgegenwärtigen Internets der Dinge und Dienste sowie die damit verbundene Digitalisierung unserer Arbeits-, Wirtschafts- und Freizeitwelt führen dazu, dass sich alle Bereiche unseres Lebens rapide verändern. Themen wie „Industrie 4.0, Robotisierung und smarte Produkte“ erfordern eine veränderte Art des Denkens, um deren Potenziale ökonomisch erfolgreich nutzen zu können.

Daher steht im Kern der „digitalen Transformation“ zunächst die „Transformation unseres Denkens“. Denn nur wer die Dimensionen von „smart & robotic“ mental antizipiert hat und das richtige „Mind-Set“ mitbringt, wird es verstehen deren wirtschaftliche Potenziale erfolgreich zu nutzen.

Anhand von konkreten Beispielen aus der Wirtschaft lassen sich schon heutzutage diese signifikanten Veränderungen veranschaulichen und so bereits nutzbar machen, noch bevor der eigentliche Wandel eintritt. Für den Vertrieb von traditionellen Produkten oder das Dialog-Marketing zeichnen sich hierbei gravierende Veränderungen ab. So werden robotisierte Produkte, künstliche Intelligenz und das Internet der Dinge und Dienste unser Denken fordern, um mittels neuer Arbeitsmethoden kundenzentrierter agieren zu können.

Datum: 22.06.2017
Uhrzeit: 11:30 Uhr – 12:15 Uhr
Ort: Crossmedia Area, Halle 4 Stand 4-120

Über Prof. Wolfgang Henseler:
Prof. Wolfgang Henseler (Jahrgang 1961) ist Professur für Digitale Medien und Master of Creative Directions an der Hochschule Pforzheim – Fakultät für Gestaltung. Er ist Begründer sowie Studiengangleiter des innovativen Studiengangs „Intermediales Design“ und unterrichtet in den Fächern „Digitale Transformation (Wirtschaft 4.0 und Gesellschaft 4.0), Natural User Interface Design, Design- and Innovation-Thinking, Smarte Technologien, Next Generation Business Models, Usability und User Experience.
Professor Henseler ist darüber hinaus Creative Managing Director bei SENSORY-MINDS einem Designstudio für innovative Technologien und smarte Medien und betreut dort die Bereiche „Innovative Technologies and Smart Media Business Strategies“, User Experience und Usability sowie Natural User Interface Solutions. Er ist Experte für kunden- und nutzerorientierte 4.0 Business Lösungen und Spezialist für medien-basierte Markenerlebnisse und Design Thinking

Text: Christian Boeckmann, kleine republik, fürs CO-REACH Magazin Nr.44

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