Schwarz-Rot-Geil: Die Angst geht um – CO-REACH[magazin]

Christian Boeckmann, Redaktion CO-REACH Magazin
Christian Boeckmann, Redaktion CO-REACH[magazin]
Am Freitag beginnt die EM. Als Aufhänger für das Marketing muss der schwarz-rot-gelbgoldene Wahnsinn schon seit Wochen herhalten. Unseren CO-REACH[magazin]-Autor freuts nicht.

Das Runde muss ins Eckige und ein Spiel dauert 90 Minuten. Mehr muss man über den grandiosen Sport namens Fuppes nicht wissen. Leider hält sich das Marketing rund um WM und EM nicht an Spielzeiten. Beispiel Europameisterschaft in Frankreich: Wenn der Schiri am 10. Juni die erste Partie anpfeift (Frankreich – Rumänien), haben die Unternehmen den Zuschauer bereits einen Monat lang mit ihrem EM-Zauber bearbeitet: Europameister-Brötchen, Schland-Handytarif, Euro-2016-Rabatt, Jogi-Joghurt. Masse statt Cleverness.

Erster Schmerzenspunkt: das Ästhetik-Eigentor. Die deutschen Nationalfarben in Ehren, aber die historische Kombi aus Schwarz, Rot und Gold ist nun mal kein optischer Genuss im Fangesicht oder am Autoaußenspiegel. Hübscher sind Zusammenstellungen aus Blau-Weiß-Rot (Frankreich), Grün-Weiß-Rot (Italien) oder Blau-Gelb (Schweden). Da hilft auch kein „Schwarz-Rot-Geil“-Gefühl, wenn unsere Elf im Finale steht. An diesem Design-Wackerstein knabbert das EM-Marketing in Deutschland – forever.

Für die Farbwahl ist freilich kein Zeitgenosse verantwortlich, aber für deren Allgegenwart. Denn am zweiten Schmerzenspunkt, der Penetranz, haben alle Marketer Schuld, die billig auf der Fußball-Euphorie surfen. Lässt sich der EM-Kontext nicht wohldosiert oder gar stilvoll nutzen? Drei Vorschläge: 1. Give-away: Ein durchdachter EM-Spielplan mit kleinem Firmenlogo. Mehr nicht. 2. Facebook: die Fans ein Foto ohne Fußball posten lassen und eine Public-Viewing-Ausrüstung verlosen, inklusive Grill (gebrandet), Ball und Beamer. Viral! 3. Nichts tun. Auf die EM-Zugedröhnten setzen, die sich nach normalen Brötchen sehnen, nach farblosen Rabatten und Vanille-Joghurt. Das reicht schon, um aufzufallen.

 

Text: Christian Boeckmann, Redaktion CO-REACH[magazin]

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