Gesprengte Ketten: Social Media Spielregeln

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Die Social-Media-Welt ändert einige Spielregeln. Die sollte man kennen und ausnutzen.

Das hellblaue Vögelchen flattert eigentlich wie immer. Stagnierende Nutzerzahlen reichen aber nicht in einer Social-Media-Welt, in der stetes Wachstum zählt. Also überlegt Twitter fieberhaft, wie es im neunten Jahr attraktiv und frisch bleibt – und sprengt mal eben das eiserne 140-Zeichen-Limit. Zuerst bei den Direktnachrichten. Dort sind jetzt bis zu 10.000 Zeichen möglich. Die Twitter-Gemeinde spekuliert und zittert. Werden demnächst auch die Tweets verlängert, kippt das Alleinstellungsmerkmal „Kurznachricht“. Vorbei der schnelle Blick in die Timeline, die kreativen Abkürzungen und die erzwungene Klarheit, die mancher Meldung und Marketingbotschaft gut tat. Twitter steht aber nicht alleine da, auch andere Kanäle stellen wesentliche Spielregeln zur Disposition.

Noch ein Daumen
Facebook schraubt an einem Empathie-Button, der Mitgefühl für traurige Ereignisse sichtbar machen soll – sechs Jahre nach dem Like-Button. Eine überraschend komplizierte Entwicklung, denn einen simplen Dislike-Button möchte CEO Mark Zuckerberg unbedingt vermeiden. Facebook soll nicht (noch mehr) zum Schauplatz für Konflikte werden.

Quadrat ade
Instagram erlaubt jetzt auch Quer- und Hochformat-Bilder. Vor allem Gruppen- und Architektur-Fotos sind damit leichter zu knipsen. Angefangen hatte Instagram als Simulation einer Polaroid-Kamera, deren Bildformat (nahezu) quadratisch ist. Heute werden 70 Millionen Fotos täglich verteilt. Sollen es noch mehr werden, ist für Nostalgie offenbar kein Platz. Und die neuen Formate lassen sich als innovatives Feature feiern.

Zweimal gucken
Das Prinzip der Messenger-App Snapchat war bislang die Kurzlebigkeit. Bilder und Videos konnten nur einmal betrachtet werden und zerstörten sich danach selbst. Ok, alle 24 Stunden können die Nutzer einen Snap wiederholen, aber für die restlichen Messages hieß es: Weg ist weg. Genau diese Limitierung macht den Reiz für die meist jugendlichen Nutzer aus – als Kontra zu Datensammlern à la Facebook. Doch damit ist jetzt Schluss. Drei Replays kosten 99 Cent, die Monetarisierung der App beginnt.

In der Internetwelt des Anything-goes machen gerade die Limitierungen den Charakter eines Kanals aus und pushen die Kreativität der Anwender. Was motiviert dennoch zum Sprengen der selbst angelegten Ketten? Anpassung an Nutzerwünsche, an den Massenmarkt, Beweis der Innovationsfähigkeit, letztlich immer: Umsatzplus. Marketingverantwortliche können die ständigen Weiterentwicklungen gut, schlecht oder zumindest nervig finden. Solange sich die begehrte Zielgruppe auf Kanal X tummelt, sollten sie dort alle Funktionen testen – und die neuen Spielregeln akzeptieren. Das ist der Preis der Kostenlos-Kanäle.

Außerdem: Das wichtigste Social-Media-Feature liegt sowieso in den Händen der Marketer: die Dialogfähigkeit. Daran ändern auch Super-Tweets nichts. (140 Zeichen)

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