Datenschutz 4.0: Die neuen Regeln der EU-Verordnung verändern das Marketing

Grafik: MBS Nürnberg GmbH für's CO-REACH Magazin #44.
Grafik: MBS Nürnberg GmbH für’s CO-REACH Magazin #44.

Als im Jahr 1995 die aktuell gültige EG-Datenschutz-Richtlinie in Kraft trat, steckte das Internet gerade in den Kinderschuhen. Big Data, Internet of Things oder Social Media hatte niemand im Kopf. Das deutsche Bundesdatenschutzgesetz ist sogar noch deutlich älter. Versuche, die beiden Werke der technologischen und gesellschaftlichen Entwicklung anzupassen, waren nicht erfolgreich. Mit der neuen Datenschutz-Grundverordnung schafft die Europäische Union nun einen EU-weit verbindlichen Rechtsrahmen.
Umzusetzen ist die neue Verordnung ab Mai 2018. Und auch wenn einige Punkte noch verhandelt werden – vieles ist bereits fixiert. „Für deutsche Unternehmen ändert sich vor allem eines: In allen EU-Ländern gelten künftig identische Regeln. Das erleichtert den Wettbewerb ungemein“, sagt Dr. Sachiko Scheuing. Sie ist Vorstandsvorsitzende des größten europäischen Dialog-Marketing-Verbands (FEDMA) und berät Entscheidungsgremien der EU. Einheitliche Regeln entstehen beispielsweise durch den Wegfall sogenannter Listendaten – einer deutschen Spezialität. Das sind für Werbezwecke zulässige Informationen über Bestandskunden wie Name, Geburtsjahr, Berufsbezeichnung oder Anschrift. Künftig dürfen auch ohne ausdrückliche Einwilligung weitere Kundendaten verwendet werden. Das macht viele Vorteile von Big Data legal nutzbar.
Für Unternehmen, die sich sorgen, ob neue Produkte, Dienstleistungen und Marketingmaßnahmen rechtskonform sind, hat Dr. Scheuing einen Tipp: „Wer den Datenschutz bei den ersten Entwicklungsschritten schon mitdenkt, hat eine hohe Innovationssicherheit und spart langfristig Kosten.“ weiterlesen